Beitrag Pflegeversicherung
Der Beitrag zur Pflegeversicherung, der jüngsten unter den staatlichenSozialversicherungen, wird durch den Gesetzgeber festgelegt und regelmäßig angepasst. Hierbei werden Einnahmeseite und Ausgabenseite miteinander verglichen. Da der Beitrag der gesetzlichen Pflegeversicherung direkten Einfluss auf das Nettoeinkommen der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber hat, wirken sich im Umkehrschluss konjunkturelle Entwicklungen auf die Einnahmeseite der Pflegeversicherung aus. In wirtschaftlich guten Zeiten kann also – theoretisch – der Beitrag gesenkt und/oder die Bildung von finanziellen Rücklagen der Pflegeversicherung betrieben werden
Zu beachten ist jedoch, dass sich die Ausgabenseite tendenziell negativ entwickelt, d.h. die Ausgaben steigen. Hierfür gibt es drei Ursachen:
Die Lebenserwartung der Leistungsempfänger nimmt erfreulicherweise immer mehr zu. Da Leistungen zum Großteil von Menschen in höherem Alter empfangen werden, wirkt sich dieser demographische Faktor auch auf die Ausgabenseite und damit den Beitrag zur Pflegeversicherung aus. Da es mehr ältere Menschen gibt, die Geburtenrate in Deutschland aber immer mehr zurückgeht und demnach weniger sozialversicherungspflichtige Beschäftigte einen Beitrag zur Pflegeversicherung erbringen, hat der demographische Faktor einen doppelt-negativen Einfluss auf den Beitragssatz zur Pflegeversicherung.
Zweiter Faktor sind die zunehmenden Kosten im Gesundheitssektor pro Pflegeleistung, Die Kosten wachsen schneller als die übrige Volkswirtschaft. Diese Tendenz ist nicht vorgegeben und deshalb versucht die Politik hier anzusetzen, um den Beitrag Pflegeversicherung stabil bzw. die Zunahme in einem moderaten Maß zu halten.
Zuletzt werden die Leistungen der Pflegeversicherung schlicht stärker abgefragt. Da die Pflegeversicherung noch relativ jung ist, dauerte es einige Zeit, bis bei den potentiellen Leistungsempfängern und deren Angehörigen ein adäquater Wissensstand über die Leistungen der Pflegeversicherung und den entsprechenden Antrag bestand. Dieser Wissensstand hat sich deutlich verbessert, eine Rolle spielt hierbei auch das Internet, das viele nützliche Informationen anbietet.
Der Beitrag zur Pflegeversicherung wird demnach weiter zunehmen, wenn die Leistungen nicht anders, also etwa direkt aus dem allgemeinen Steueraufkommen (denkbar und auch in der politischen Diskussion wäre etwa ein Anteil an den Mehrwertsteuereinnahmen), finanziert werden sollten.